Wie bleibe ich motiviert im Job?

12.04.2018

 

Jeder von uns kennt Phasen im Job, in denen es schwerfällt, sich selbst zu motivieren. Auch wenn es sich um den noch so lang ersehnten und jahrelang angestrebten Traumjob handelt:
Begeisterung für die Arbeit verläuft phasenweise. Statt zu warten, dass sich etwas an der Situation ändert oder gleich alles in Frage zu stellen, sollten Sie selbst aktiv etwas tun.

Nicht jammern, sondern gestalten.

Sich selbst in die Opferrolle zu begeben, macht passiv und depressiv. So können Sie Ihre Lage nicht verbessern und zum Positiven wenden, im Gegenteil: Mit negativen Gedanken strudeln Sie sich selbst nach unten. Gründe im Außen zu finden, die unzufrieden machen, gibt es immer. Nehmen Sie das Ruder in die Hand und sorgen Sie für sich selbst.

10 einfache Tricks um motiviert und produktiv im Job zu bleiben.

1. Seien Sie proaktiv und haben Mut zum Spaß an der Arbeit
Viele Leute denken, Arbeit und Spaß passen nicht zusammen. Doch je mehr
Spaß Sie bei der Arbeit haben, desto bessere Ergebnisse erhalten Sie. Erfolgreiche Menschen sorgen proaktiv für Spaß an der Arbeit. Regt ein Kollege oder ein langatmiges Meeting Sie auf, versuchen Sie es mit Humor zu nehmen. Manchmal hilft ein imaginäres “Rauszoomen” aus der Situation. Die Vogelperspektive hilft, wieder nötigen Abstand zu bekommen und die Dinge nicht so wichtig zu nehmen. Betrachten Sie das Ganze als Schauspiel, in dem jeder nach seinen Rollen und Mustern agiert. Verbissene Kollegen können Sie mit einem humorvollen Spruch liebevoll aus der Reserve locken. Hierfür ist natürlich ein gewisses Fingerspitzengefühl gefragt.

Humor und Gelassenheit auch in stressigen Situation zu behalten, ist eine besondere Kunst. Machen Sie sich eines immer bewusst: Es ist Ihre selbstgewählte Entscheidung gewesen, diesen Job anzunehmen. Sie hatten einen Grund, weshalb Sie sich beworben haben. Nimmt Ihre Motivation ab, finden Sie heraus warum. Sie selbst wissen am besten was Sie brauchen, um gut und produktiv arbeiten zu können. Kein Chef kann Ihre individuellen Bedürfnisse erraten. Vorgesetzte können Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für eine bessere Entfaltung der Mitarbeiter einräumen. Doch die besten Experten sind Sie selbst! Ergreifen Sie aktiv die Initiative und machen Sie Vorschläge, wie Sie bestimmte Dinge verbessern können. Ein guter Chef freut sich über konstruktive Vorschläge von Mitarbeitern, die dabei helfen, den Berufsalltag erfolgreicher zu gestalten.

2. Achten Sie auf Ihr Arbeitsumfeld
Ein schön eingerichtetes Büro und ergonomische Arbeitsmöbel steigern das Wohlbefinden auf der Arbeit und erhöhen zugleich die Motivation. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann beispielsweise dabei helfen, die Produktivität zu steigern. Durch die wechselnde Steh-Sitz-Dynamik wird der Stoffwechsel angekurbelt, wodurch die Gehirnaktivität erheblich gesteigert werden kann.

Ausreichend Tageslicht und Sonnenstrahlen sorgen für Energie und gute Laune. Um triste Tage zu erhellen, helfen Tageslichtlampen. Gerade die finstere Jahreszeit, in der Sie morgens ohne Tageslicht das Haus verlassen und im Dunkeln wieder einkehren, schlägt auf die Motivation. Hier lohnt es sich, das wenige Tageslicht und die kostbaren Sonnenstunden als Kraftspender zu nutzen. Gönnen Sie sich zwischendurch einen kleinen Spaziergang oder ein 15-30minütiges “Powernickerchen” in der Sonne. Diese kurzen Ausflüge und Pausen machen gute Laune und steigern die Produktivität.

Luftreinigende Pflanzen im Büro sehen nicht nur schön aus, sondern sorgen gleichzeitig für eine verbesserte Sauerstoffzufuhr. Dadurch beugen Sie Konzentrationslosigkeit vor und bleiben länger motiviert am Arbeiten.

Wussten Sie, dass die ideale Raumtemperatur im Büro zwischen 19° bis 23° liegt? Achten Sie doch mal darauf, ob Sie sich mit der Temperatur in Ihrem Büro wohlfühlen.

Freundliche Bilder, Erinnerungen aus dem letzten Urlaub, Objekte, die Sie glücklich machen: Umgeben Sie sich mit schönen Dingen, die positive Assoziationen in Ihnen hervorrufen! Ein guter Song zwischendurch, der Sie zum Lächeln bringt, ist Gold wert!

Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz nach Ihren Bedürfnissen

3. Bleiben Sie positiv und locker
Bei schwierigen oder monotonen Aufgaben hilft es, sich selbst auszutricksen. Wenn Sie sich nur auf die negativen Aspekte konzentrieren, raubt Ihnen das enorme Energie, wodurch wiederum Motivationslöcher entstehen. Negative Bilder oder langes Aufschieben bringt die Biochemie des Körpers aus dem Lot und macht müde und kraftlos. Motivationstrainer raten daher, ganz bewusst andersherum zu denken. Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft positiv und stellen Sie sich den Tag so vor, wie er optimal verläuft. Richten Sie Ihren Fokus schon morgens auf die Dinge, die Ihnen Freude machen werden. Wehren Sie sich nicht gegen monotone Aufgaben, sondern packen Sie sie einfach an und belohnen sich danach mit einer Aufgabe, die Ihnen Freude bereitet.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihren Arbeitsplatz flexibel zu wählen, suchen Sie sich bewusst einen schönen Ort zum Arbeiten aus, z. B. ihr Lieblingscafé. Und denken Sie daran: Produktiv zu sein bedeutet nicht, dass Sie permanent ernst sein müssen. Genießen Sie die Zeit am Arbeitsplatz und schließen Sie sich mit denjenigen zusammen, die gute Laune versprühen und eine positive Grundhaltung haben. Sich von negativem Getratsche nicht mitreißen zu lassen, sondern Tratschereien aktiv aus dem Weg zu gehen, ist ratsam.

Und zuletzt: Nehmen Sie sich und Ihren Job nicht zu ernst. Das Leben ist zu kurz, um sich zu quälen.

4. Setzen Sie sich realistische Ziele und schreiben Sie To-Do-Listen
Wochen- und Tagesziele helfen den Überblick zu behalten. Visualisieren Sie am Anfang der Woche die wichtigsten Aufgaben und teilen Sie diese in kleine Arbeitspakete, beispielsweise an einer Wand mit Post-its. Je kleiner Sie die Arbeitsschritte einteilen, desto schneller können Sie To-Do's abhaken und haben das Gefühl vorangekommen zu sein.

Eine Untersuchung der Florida State University ergab, dass das Notieren wichtiger Aufgaben erheblich die Produktivität steigert, da somit ablenkungsfreies Arbeiten ermöglicht wird. Unerledigte Aufgaben, die nicht verschriftlicht werden, behindern hingegen maßgeblich die Gehirnaktivität.

5. Gönnen Sie sich regelmäßig Pausen
Wenn Sie unter Druck stehen und beginnen zu verkrampfen: Machen Sie eine Pause! Oft reichen schon ein paar Minuten, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Gerade wenn man beginnt sich festzubeißen, lohnt es sich, kurz vom Schreibtisch wegzugehen und sich eine Weile etwas ganz anderem zu widmen.

Experten raten zu folgendem Pausen-Rhythmus:

nach 45 Minuten kurze Pause (bis zu 5 Minuten)
nach 90 Minuten ca. 10-15 Minuten Pause
nach 4 Stunden etwa 30 Minuten Pause

Dieser Rhythmus hilft, die Leistung konstant zu halten.

Machen Sie kurze Pausen zum Ausspannen 

6. Probieren Sie eine kurze Meditation am Arbeitsplatz
Lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief und entspannt durch und denken Sie an was etwas Schönes: einen Frühlingsspaziergang im Park, einen Sonnenuntergang am Meer, eine Wanderung im Gebirge. Über die Nase tief in den Bauch einatmen und über den halb geschlossenen Mund (gegen den Widerstand der halb geschlossenen Lippen) drei bis fünfmal ausatmen hilft, um wieder Kraft zu tanken. Auf youtube finden Sie zahlreiche kurze Meditationsübungen für Klarheit und Energie.

7. Pflegen Sie eine gute Beziehung zum Team
Wenn wir uns mit Menschen umgeben, denen wir uns verbunden fühlen, steigt automatisch die Motivation im Job. Wichtig ist, dass das Team an einem Strang zieht und Ihre Kollegen ebenfalls von ihrer Arbeit begeistert sind wie Sie. Laut einer Studie sind 77% der Deutschen auf der Arbeit erheblich motivierter, wenn sie eine gute Beziehung zu ihrem Team pflegen. 45% legen auch außerhalb der Arbeitszeit Wert auf eine positive Beziehung zu ihren Kollegen. Schlagen Sie Ihren Kollegen doch einmal vor, nach Feierabend gemeinsam etwas zu unternehmen. Auch hilfsbereite Gesten stärken die Beziehung, da Sie damit zeigen, dass Ihnen das Wohlergehen der Kollegen wichtig ist.

8. Bewegen Sie sich zwischendurch
Bewegung setzt Endorphine frei, die glücklich machen. Diese einfache Weisheit ist keine neue Erkenntnis, wird jedoch häufig nicht umgesetzt. Ritualisieren Sie regelmäßige Work-Outs! Diese helfen nicht nur gegen Verspannungen, sondern erhöhen auch die Produktivität. Ein tägliches kurzes 5-Minuten-Workout mit den Kollegen stärkt den Teamgeist, lockert den Arbeitsalltag auf und hilft, das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

9. Lächeln Sie aktiv
Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass häufiges Lachen Heilungsprozesse fördert. Die Produktion von den Stresshormonen Kortison und Adrenalin wird dadurch gestoppt, gleichzeitig wird das Glückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet. Lachen entspannt die Muskeln, regt den Kreislauf an und versorgt die Körperzellen vermehrt mit Sauerstoff, was wiederum die Konzentrationsfähigkeit erhöht. Im Jahr 2002 führte der französische Psychologe Robert Soussignan eine Studie mit 96 Probanden durch, welche vor dem Betrachten mehrerer Videos einen Stift auf unterschiedliche Weisen zwischen die Zähne klemmen sollten. Diejenigen Probanden, bei denen dadurch ein Lächeln erzwungen wurde, bewerteten die Videos am Ende deutlich positiver als andere Probanden.

Oft sind die Lösungen, wie wir uns besser fühlen, gar nicht so kompliziert. Probieren Sie einfach Lachyoga-Übungen aus!

motivation im job

10. Vertrauen Sie auf Ihr Potential!
Positive Menschen haben es im Leben oft leichter. Es ist eine Kunst, im Leben Chancen und Möglichkeiten zu sehen, statt den Fokus auf mögliche Bedrohungen zu richten. Negative Gedanken und Glaubenssätze rauben Energie, blockieren und schränken uns ein. Machen Sie sich Ihre negative Programmierung bewusst und gehen Sie diese aktiv an. Negativ- Botschaften wie “Die anderen sind ohnehin besser als ich” oder “Das schaff ich nie” können Sie durch Positiv- Botschaften wie “Ich schaffe das!” und “Ich glaub an mein Potenzial!” ersetzen. Haben Sie keine Angst vorm Scheitern – freuen Sie sich über Fehler, denn daraus lernen Sie! Selbstakzeptanz spielt eine wichtige Rolle. Oft ist es der eigene hohe Anspruch, an dem wir scheitern. Machen Sie sich bewusst, was Sie bisher alles erreicht haben, seien Sie stolz auf Ihre Erfolge und bleiben Sie offen für Dinge, die Sie noch lernen dürfen.

Fazit
Nur mit Ihrem persönlichen Beitrag, einer aktiven und bewussten Steuerung von Emotionen, gewinnen Sie eine positive und motivierende Arbeitshaltung. Das Wichtigste ist, nicht passiv zu bleiben. Getreu dem Motto: "Love it, change it or leave it", haben Sie die Wahl, die Dinge selbst zu steuern. Die Einstellung, dass Sie Ihr Leben selbst in der Hand haben und gestalten können, ist besser als eine passive, fremdgesteuerte und angst-getriebene Herangehensweise. Denn nur so besteht die Chance, jeden Morgen wieder motiviert an die Arbeit zu gehen.

 

Quellen
https://www.manpower.de/neuigkeiten/presse/pressemitteilungen/studie-die-10-wichtigsten-gruende-warum-der-job-spass-macht/
http://karrierebibel.de/todo-listen/
Hannah Frey. Gesund im Büro. Projekt: Gesund leben. 152.

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