Ist die Bewerbung in Papierform heute wirklich ein No-Go?

17.05.2017

Man liest es überall: Die Bewerbung per Post, also als klassische Bewerbungsmappe, ist tot! Wer noch mit ausgedruckten Unterlagen persönlich beim potenziellen Arbeitgeber auftaucht, hat heutzutage keine Chance mehr. Doch ist das wirklich so? Und wann man eine Bewerbung in Papierform, ob persönlich vorbei gebracht oder per Post verschickt, tatsächlich sogar Sinn? Unser Partner richtiggutbewerben.de zeigt Ihnen 5 Fälle, in denen auch die klassische Bewerbung auf Papier noch sinnvoll ist.

1. Branchenspezifische Besonderheiten!

Manche Branchen setzen eher noch auf die klassische Art und Weise der Bewerbung. Dabei handelt es sich tendenziell eher um Bereiche, die weniger auf moderne Technik setzen - und deshalb auch von den Mitarbeitern nicht verlangen wollen, dass sie sich digital (beispielsweise via E-Mail oder ein Online-Bewerbungstool auf der Karriereseite) bewerben.

Es gibt aber auch moderne Branchen, die noch die Bewerbung als Mappe setzen. Damit sind vor allem viele kreative Berufe gemeint, die Arbeitsproben wünschen: Wer Skizzen, Zeichnungen, Collagen oder andere Beispiele der eigenen Arbeit mitschicken möchte, kann diese natürlich auch einscannen, allerdings wirken viele Dinge auf Papier nochmal ganz anders als auf einem Bildschirm - und das wissen natürlich auch diejenigen, die sich die Unterlagen ansehen.

Für Arbeitsproben ist eine Bewerbungsmappe in Papierform besonders gut geeignet Für Arbeitsproben ist eine Bewerbungsmappe in Papierform besonders gut geeignet

2. Initiativbewerbung beim lokalen Unternehmen!

Wer sich initiativ, also ohne ausgeschriebene Stelle, bei einem Unternehmen aus der eigenen Stadt oder sogar Nachbarschaft bewirbt, kann mit einem persönlichen Besuch durchaus auch heute noch Pluspunkte hinterlassen. Dabei geht es nicht nur um den Supermarkt oder das Restaurant, sondern auch um (kleinere) Agenturen oder andere Unternehmen, die vielleicht nur eine Niederlassung haben. Wenn man es schafft, am Empfang vorbei zu kommen und tatsächlich mit einem Personaler oder sogar dem Chef ins Gespräch zu kommen und ihm die eigenen Unterlagen in die Hand zu drücken, kann der erste Eindruck von Angesicht zu Angesicht Gold wert sein. Das funktioniert bei größeren Betrieben, die ihre Personalauswahl zentral steuern, meist natürlich nicht. Bei lokalen Unternehmen ist Klinken putzen aber auch heute noch möglich - und kann zum Erfolg führen.

3. Das Unternehmen hat gar keine Online-Präsenz!

Heute im Zuge der Digitalisierung selten, aber durchaus noch möglich: Das Unternehmen nimmt Online keine Bewerbungen an, weil es keine (eigene) Präsenz in der digitalen Welt hat. Damit sind vor allem kleinere Handwerksbetriebe gemeint, die sowohl Kunden als auch neue Mitarbeiter über die klassischen Kanäle wie Anzeigen in Zeitungen oder Gelben Seiten sowie Weiterempfehlungen suchen. Hier bietet es sich an, nachzufragen: Ein kurzer Anruf, ein freundliches Telefonat und schon weiß man, wie der Chef die Bewerbung gerne hätte - per E-Mail, per Post oder direkt persönlich vorbei gebracht.

4. Auf die persönliche Ebene setzen

Natürlich sollte sich der Bewerber unbedingt an die Vorgaben richten, wie das Wunschunternehmen die Bewerbung erhalten möchte. Steht in der Stellenanzeige, dass die Unterlagen über den digitalen Weg zu ihnen gelangen sollen, sollten Sie sich unbedingt daran halten. Wird der Weg aber offen gelassen, ist die persönliche Ebene aber durchaus eine Überlegung wert. Am besten verständigen Sie sich telefonisch, ob es genehm ist, dass Sie Ihre Bewerbung persönlich vorbeibringen, fragen nach einem Termin und können so nicht nur einen ersten guten Eindruck hinterlassen, sondern betonen auch nochmal ihr starkes Interesse.

5. Das Unternehmen verlangt es explizit!

Ja, auch das gibt es noch. Manche Personaler von der alten Schule möchten auch heute noch klassische Bewerbungsmappen sehen - schließlich sagt die Präsentation auch etwas über den Bewerber und sein Interesse an der Stelle aus. Oft ist es so, dass die Recruiter die Unterlagen sowieso ausdrucken und gesammelt durchgehen. Dann greifen auch heute einige auf den Weg zurück, das Ausdrucken dem Bewerber zu hinterlassen.

Personaler der alten Schule bevorzugen die klassische Bewerbungsmappe Personaler der alten Schule bevorzugen die klassische Bewerbungsmappe

Fazit:

Die Bewerbung per E-Mail oder über andere elektronische Wege ist immer weiter auf dem Vormarsch. Und Bewerber sollten sich darauf einstellen, dass es die klassische Papierbewerbung vielleicht nicht mehr allzu lange geben wird. Komplett tot ist sie aber noch nicht! Sie sehen: In manchen Fällen ist es tatsächlich sinnvoll, dass man noch den Drucker bemüht, die Bewerbungsunterlagen ausdruckt und in einer schicken Mappe an das Unternehmen schickt - oder sogar persönlich vorbeibringt. Man sollte sich aber immer an die Vorgaben halten, die in der Stellenanzeige oder sogar in einem persönlichen Gespräch ausgemacht wurden. Ein Telefonat wirkt oft Wunder und Sie erfahren einmal natürlich mehr über die Stelle, aber auch Dinge über den Bewerbungsprozess, die Ihnen weiterhelfen und Ihnen sogar einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern verschaffen können.

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