Finde deine Work-Life-Balance

30.11.2020

Wie man eine gute Work-Life-Balance schafft

Immer mehr Arbeitgeber werben mit einer guten Work-Life-Balance, indem sie ihren Mitarbeitern beispielsweise flexible Arbeitszeiten, das Arbeiten im Homeoffice oder Sportprogramme anbieten. Wie bringt man aber Arbeit und Privatleben konkret miteinander in Einklang und wie kann das auch in stressigen Zeiten funktionieren? Wir geben Tipps, wie Sie die Balance zwischen Beruf und Privatleben schaffen.

Was genau ist eigentlich die Work-Life-Balance?

Übersetzt bedeutet Work-Life-Balance "Balance zwischen Arbeit und Leben". Es geht also schlicht und einfach darum, die eigene Arbeit mit dem Privatleben bestehend aus Familie, Freunden und Hobbys unter einen Hut zu bekommen. Das ist mit einem Vollzeitjob teilweise ziemlich kompliziert. Im Schnitt verbringen wir täglich mindestens 8 Stunden auf der Arbeit, hinzu kommt die Fahrtzeit zum Arbeitsplatz und zurück. In stressigen Zeiten kommen noch Überstunden hinzu. In leitenden Positionen liegt die Arbeitsbelastung sogar häufig noch höher. Die Zeit, die wir außer Haus verbringen, liegt also täglich schnell bei 10 Stunden und mehr. Dass da unter der Woche nicht mehr viel Zeit für Hobbys, Freunde und Familie bleibt, ist naheliegend. Die Work-Life-Balance lässt in einem solchen Fall sehr zu wünschen übrig.

Wie können Arbeitgeber die Work-Life-Balance verbessern?

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter mit unterschiedlichen Methoden entlasten. Alternative Arbeitszeitmodelle werden dabei immer beliebter. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Vertrauensarbeitszeit oder Gleitzeit an, einige auch die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice. Arbeitnehmer können private Termine wie Arztbesuche oder Behördengänge so flexibler gestalten und sparen dadurch viel Zeit. Auch der fehlende Arbeitsweg beim Homeoffice verbessert die Work-Life-Balance oft stark.
Ist die Arbeit vor Ort notwendig, können Arbeitgeber Maßnahmen anbieten, die die Arbeit attraktiver machen. Ideen sind hier beispielsweise Sportangebote in der Firma oder in einem nahegelegenen Fitnessstudio, attraktiv gestaltete Pausenräume oder regelmäßige Teamevents. So können Arbeitnehmer Teile ihres privaten Alltags – zum Beispiel den Sport – ins Büro verlegen.
Auch leistungsgerechte Bonuszahlungen wirken sich positiv auf die Mitarbeitermotivation aus. Prinzipiell ist für die Verbesserung der Work-Life-Balance aber ein immaterieller Ausgleich interessanter als ein finanzieller.

Wie sieht es bei Schicht- und Nachtarbeit aus?

Geht es um eine Stelle in Schichtarbeit, ist die Situation für Arbeitnehmer meist noch schwieriger. Wechselnde Schichten und Nachtarbeit verschlechtern die Work-Life-Balance in der Regel erheblich. Arbeitnehmer sollten sich daher unbedingt mit möglichen gesundheitlichen Folgen durch Schicht- und Nachtarbeit beschäftigen. Da alternative Arbeitszeitmodelle in der Schichtarbeit kaum umsetzbar sind, werden hier meist finanzielle Anreize geschaffen. Sie sollten sich also in jedem Fall mit der Frage beschäftigen: Ab wann gibt es einen Nachtzuschlag? Unternehmen sind rechtlich dazu verpflichtet, ab bestimmten Uhrzeiten Zuschläge zu zahlen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, einen höheren Freizeitausgleich zu bekommen, also mehr bezahlte Urlaubstage.

Was können Arbeitnehmer für eine bessere Work-Life-Balance tun?

Einer der Klassiker unter den Zeitmanagement-Tools ist die ABC-Analyse, die nicht nur hochwirksam, sondern auch fast universell einsetzbar ist. Folgendermaßen gehen Sie vor:

Sämtliche an einem Tag anfallenden Aufgaben ordnen Sie in die Kategorien A, B und C ein. Die wichtigsten und dringendsten Aufgaben verorten Sie in Kategorie A, bedingt relevante in B und weniger wichtige in C. Das geht natürlich handschriftlich, am besten eignet sich für dieses Vorhaben aber herkömmliche Text- oder Tabellenkalkulationssoftware. Wie folgt, lassen sich die Kategorien unterteilen:

A: Hier wird Ihre Kompetenz benötigt: Kümmern Sie sich selbst darum und geben Sie diesen Aufgaben hohe Priorität.

B: Mäßige Relevanz, aber nicht völlig unwichtig. Erst dann erledigen, wenn diese Aufgaben nicht mit A-Aufgaben kollidieren, gegebenenfalls delegieren.

C: Routinearbeit und Fleißaufgaben. Interne E-Mails, Papierkram, Ablage und dergleichen. Bestenfalls delegieren oder notfalls selbst erledigen, jedoch erst sobald A und B es zulassen.

Wenden Sie diese Methode konsequent an, sollten Sie über die Hälfte der Zeit mit A-Aufgaben beschäftigt sein, den Arbeitstag also effizient gestaltet haben und das Büro mit einem guten Gefühl verlassen können. Allerdings lauert genau hier ein weiterer Fallstrick, unsere ständige Erreichbarkeit erweist unserer Work-Life-Balance einen Bärendienst: Noch schnell die Firmenmails auf dem Handy checken oder der gestressten Kollegin bei ihrem Projekt helfen – all das klingt nach Kleinigkeiten. Aber wenn sich solche Kleinigkeiten anhäufen, sorgen sie dafür, dass wir dauerhaft in Arbeitsbereitschaft sind und nicht mehr regenerieren können. Um selbst abschalten zu können, sollten Sie also Ihr Firmenhandy nach Feierabend und an den Wochenenden abschalten.

Unterm Strich ergeben sich für Sie also drei Tipps, die Sie in der Praxis ohne Weiteres umsetzen können:

  • Gestalten Sie Ihren Arbeitsalltag effizient, zum Beispiel mit der ABC-Analyse.
  • Die Arbeit aus dem Feierabend verbannen: Firmenhandy abschalten, keine geschäftlichen E-Mails abrufen.
  • Legen Sie konkrete Tätigkeiten fest, bei denen Sie entspannen können und ziehen Sie im Zweifel scharfe Trennlinien, wo sich Arbeit und Privates vermischen.

Die Work-Life-Balance selbst in die Hand nehmen

Als Arbeitnehmer haben Sie die Realisierung einer ausgewogenen Work-Life-Balance durchaus selbst in der Hand. Denn auch abseits der von Ihrem Arbeitgeber gewährten Benefits bieten sich Ihnen Stellschrauben, mit denen Sie Ihren Arbeitstag effizient organisieren und die anschließende freie Zeit unbeschwert gestalten können.

 

 

 

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