Die Social Media-Falle: Worauf Arbeitnehmer achten sollten

26.05.2017

Im heutigen Zeitalter der Digitalisierung kaum mehr wegzudenken: Social Media-Netzwerke. Es gibt fast niemanden, der nicht mindestens eines der zahlreichen und unterschiedlichen Netzwerke nutzt. Mit Hilfe von Social Media können Sie sich innerhalb von Sekunden mit den verschiedensten Menschen vernetzten, wichtige News abrufen oder selbst Nachrichten verbreiten. Doch vor allem im Hinblick auf Job und Karriere gibt es wichtige Grenzen, was die Nutzung von Social Media angeht - denn unüberlegtes netzwerken, posten oder liken kann auch schnell zur Social Media-Falle werden. Was sollten Sie bei der Nutzung von solcher Netzwerken wie Facebook und co. beachten? Wo verstecken sich sogenannte Social Media-Fallen, die beruflich schnell zum Problem werden können?

1. Was gehört alles auf ein Social Media Profil?

Bei der Nutzung von Social Media Netzwerken gibt es die verschiedensten Nutzer-Typen:

  • Typ A lässt einfach alle an seinem Leben teilhaben.
  • Typ B ist zwar ständig auf Social Media Kanälen unterwegs und ist immer up-to-date, hält sich aber eher zurück, was das Teilen seiner Meinung bzw. seines eigenen Lebens angeht.
  • Typ C besitzt zwar das ein oder andere Profil auf einem Social Media Netzwerk, ist aber kaum online.

Welcher der drei Typen macht es nun richtig? Wie nutzen Sie Social Media richtig? Es gibt natürlich keine universelle Gebrauchsanweisung für Social Media Netzwerke. Die optimale Nutzung kommt individuell auf das Netzwerk, den Nutzer und die Ausrichtung des Profils an. Was wollen Sie mit Ihrem Profil erreichen? Ist dies rein privat und nur "zum Spaß"? Oder wollen Sie sich dort bewusst präsentieren? Generell gilt: Ob Facebook, Twitter oder Xing - denken Sie nach bevor Sie teilen, liken oder versenden. Machen Sie sich vorher klar, wen Sie mit diesem Profil erreichen wollen und für wen dieses sichtbar ist. Auf den meisten der Netzwerke gibt es passende Privatsspäreeinstellungen, sodass die Nutzer ganz einfach zwischen öffentlich und privat trennen können - nichts desto trotz sollten Sie immer vorsichtig sein. Das Internet vergisst schließlich nie und auch potenzielle oder derzeitige Arbeitgeber können checken, was Bewerber oder Mitarbeiter öffentlich Online treiben – schließlich ist man immer auch ein Repräsentant des Unternehmens.

Überlegen Sie sich gut welche Aktivitäten Sie veröffentlichen Überlegen Sie sich gut welche Aktivitäten Sie veröffentlichen

2. Freizeitfotos und Schnappschüsse

Sie waren gestern auf einer super Party, es wurde viel gelacht und natürlich wurden auch Fotos geschossen. Am nächsten Morgen finden Sie zahlreiche dieser Schnappschüsse auf der Startseite Ihres Social Media Netzwerkes. Eines der Fotos zeigt Sie, ausgelassen tanzend, mit Drink Nr. 32 in der Hand. Sie denken sich vielleicht: "Lustig, das war ein super Abend!" - aber was halten wohl andere davon? Was denken sich wohl Ihre Kollegen oder gar Ihr Chef bei diesem Anblick? Auch wenn Sie mit keinem Ihrer beruflichen Kontakte auf diesem Social Media Kanal vernetzt sind, was einmal online ist, bleibt dort für immer.

Dasselbe gilt auch für andere Freizeitfotos, z.B. Urlaubsfotos vom Strand. Sind diese wirklich für die Öffentlichkeit gedacht? Natürlich spricht absolut nichts dagegen, dass Sie Fotos aus Ihrer Freizeit mit Freunden teilen - seien Sie jedoch vorsichtig und überprüfen Sie Ihre Einstellungen bzgl. Privatsphäre, Sichtbarkeit und co. bevor Sie loslegen. Falls nicht Sie, sondern Ihre Freunde solche Fotos von Ihnen teilen, entfernen Sie Ihre Markierung, sprechen Sie diese darauf an und bitten Sie sie, die Fotos zu entfernen.

3. Like- und Kommentarverhalten

Viele Menschen nutzen Social Media um Ihre Meinung kund zu tun und sie zu verbreiten. Einerseits ist es natürlich toll, dass dies heutzutage so einfach machbar ist und zu wichtigen Themen sollte man durchaus seine Stimme erheben und sich auch äußern. Andererseits sollte man dabei sehr vorsichtig sein, denn genau wie bei Fotos gilt - was einmal online ist, lässt sich so schnell nicht mehr löschen und Online-Kommentare können sehr schnell fehlinterpretiert werden.

Ein unüberlegter Kommentar zu einem heiklen Thema oder ein Like für ein umstrittenes, aber Ihrer Meinung nach lustiges Bild, kann ganz leicht zu Vorurteilen führen. Auch beleidigende oder respektlose Formulierungen sind natürlich ein absolutes No-Go auf jeglichen Kanälen, denn egal mit wem man dort kommuniziert, wen oder was man kommentiert: Man sollte immer höflich und respektvoll bleiben! Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

4. Social Media Nervensäge

Sicherlich haben auch Sie einen solchen Kandidaten in Ihrer Freundesliste: Die Social Media-Nervensäge muss überall ihren Senf dazugeben, sie lässt keinen Beitrag unkommentiert, teilt, liked und posted gefühlt 7639 Mal am Tag. Muss das wirklich sein? Nicht wirklich, denn die übermäßige Nutzung der Netzwerke kann schnell ein negatives Bild kreieren. Überlegen sich also gut, was und wie oft Sie Sachen teilen, liken oder kommentieren – Aktiv sein ist gut, aber Sie sollten Ihr Netzwerk keineswegs mit Ihrer Meinung überfluten.

Nicht jeder Beitragist es wert geteilt, geliked, kommentiert oder gepostet zu werden Nicht jeder Beitragist es wert geteilt, geliked, kommentiert oder gepostet zu werden

5. Social Media als Karrieresprungbrett?

Die Digitalisierung macht auch vor der Jobsuche nicht Halt, denn die Zeiten, in denen Bewerber Stellenanzeigen in Karriereseiten von Zeitungen und co. durchforstet haben, sind schon lange vorbei. Heute gilt: Wer nicht Online sucht, hat verloren. Auch Social Media Netzwerke können Sie auf der Karriereleiter weiter nach oben bringen! Jobnetzwerke wie Xing, LinkedIn und co. sind bei der Jobsuche heutzutage nicht mehr wegzudenken. Wichtig bei der Nutzung eines solchen Jobnetzwerks ist vor allem die Aktualität Ihres Profils. Aktualisieren und pflegen Sie Ihre Seite regelmäßig, denn nur so können Sie auch von Headhuntern oder Recruitern gefunden werden.

Falls Sie noch bei einem Unternehmen angestellt sind, aber trotzdem via Social Media aktiv nach einer neuen beruflichen Herausforderung suchen, sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr derzeitiger Arbeitgeber von Ihrer Suche Wind bekommt, ist hoch - gestalten Sie diese also dezent und schreiben Sie potentielle neue Arbeitgeber lieber direkt an, anstatt auf Ihrem Profil sichtbar zu werben.

Fazit

Eine große Studie zum Einsatz von Social Media im deutschsprachigen Personalwesen ergab, dass rund 40 Prozent aller deutschen Personaler Social Media aktiv bei Ihrer Suche nutzen (Quelle: Social Media Report HR). Die Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen googelt Bewerber und durchforstet die Jobnetzwerke wie XING, sowie auch die privaten Kanäle wie Facebook und Co. Der virtuelle Ruf wird also immer wichtiger und dementsprechend auch die richtige Nutzung von Social Media. Das wichtigste ist: denken Sie erst nach, bevor Sie aktiv werden. Machen Sie sich bewusst, wer Ihr Profil sehen und kann. Überprüfen Sie dementsprechend, je nach Ausrichtung Ihres Profils, Ihre Privatsphäreeinstellungen.

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