Die besten Kreativitätstechniken

03.08.2018

Was sind die besten Kreativitätstechniken? Und wo kommen eigentlich Ideen her? Mit diesen Fragen beschäftigen wir von Zeitarbeit24.de uns in diesem Artikel. Schließlich können Ideen uns den Weg zu mehr beruflichem Erfolg ebnen und auch bei privaten Projekten vonnöten sein. Doch manchmal stockt einfach die Kreativität und wir wissen nicht weiter.

Dank berühmter Kreativitätsforscher wie Edward de Bono und anderer kluger Köpfe wie Walt Disney gibt es eine Reihe von Techniken, die unser kreatives Potential anzapfen und ausschöpfen können.

Hier ist eine Übersicht über die besten Kreativitätstechniken: 

 

Provokationstechnik

Diese Technik stammt von Edward de Bono und gehört zu den wichtigsten Beispielen, da sie seinen Hauptansatz des lateralen Denkens veranschaulicht. Laterales Denkens ermöglicht, auf Ideen zu kommen auf die man sonst nie käme, indem das Problem aus einer "unlogischen" Perspektive betrachtet wird.

Im Falle der Provokationstechnik funktioniert das folgendermaßen:

Schritt 1. Die Aufgabenstellung wird definiert, z.B: "Wie können wir mehr Kunden für unsere Bäckerei gewinnen?"

Schritt 2. Nun wird eine Reihe provokativer Sätze hinsichtlich der Aufgabenstellung aufgeschrieben. Das bedeutet, dass die Sätze weder wahr noch falsch sein müssen, sie sollen lediglich die Kreativität herausfordern. Um deutlich zu machen, dass man die Sätze nicht ernst meint, sagt bzw. schreibt man PO (provocative operation) an den Anfang.

Beispiele:

  • PO Das Brot backt sich selbst
  • PO Die Kunden riechen nach Brot
  • PO Die Kunden backen selbst
  • PO Das Brot springt den Kunden in die Tasche
  • PO Das Brot schmeckt nach Erdbeer-Eis

Schritt 3: Die PO-Beispiel werden nun so umgewandelt, dass sie zu tatsächlichen Lösungsvorschlägen werden. Zum Beispiel:

Aus PO Die Kunden backen selbst wird: Durch das Anbieten von Backworkshops wird die Kundennähe verbessert.

Aus PO Die Kunden riechen nach Brot entsteht die Idee als Werbegag ein Parfüm das nach frischem Brot riecht zu entwickeln.

Aus PO Das Brot schmeckt nach Erdbeer-Eis wird: Lass uns eine Kooperation mit einer Eisdiele eingehen um füreinander zu werben.

Walt Disney Methode

Die Grundidee dieser Methode ist es, eine Problemstellung von drei verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu diskutieren. Wie in einem Rollenspiel setzen Sie sich ein einen bestimmten Denktypen hinein um damit Ihre typischen Denkmuster zu umgehen.

Die Rollen:

  1. Der Träumer. Er ist enthusiastisch
  2. Der Realist. Er ist pragmatisch und untersucht die möglichen Arbeitsschritte auf daraufhin, ob sie auf realistische Weise die Voraussetzungen erfüllen.
  3. Der Kritiker. Er prüft alles Arbeitsschritte auf deren Vorgaben hin um Fehlerquellen schnellstmöglich zu identifizieren.

Ablauf: Um die verschiedenen Rollen zu repräsentieren, werden im Zimmer "Stationen" aufgestellt, die im einfachsten Fall von Stühlen dargestellt werden. Nun geht das Team von Station zu Station um dort an ihrer Problemstellung zu arbeiten. Zum Beispiel kann es sein, dass sie einen ungewöhnlichen Werbeslogan entworfen haben. Wenn sich dann in die Kritiker-Rolle begeben, können sich damit auseinandersetzen ob er möglicherweise zu provokant ist.

6 Hüte Methode

Auch diese Methode stammt von Edward de Bono und ähnelt der Walt-Disney-Methode.

Statt drei verschiedener Perspektiven gibt es hier 6 "Hüte", welche verschiedene Denkweisen repräsentieren.

Aufgrund der höheren Komplexität, hilft es, dass jemand die Rolle des Moderators übernimmt um die verschiedenen "Hüte" vorzustellen und sie den Teilnehmern zuzuweisen.

Die Denkweisen sind:

  1. Der weiße Hut. Er steht dafür, Informationen zu sammeln ohne sie zu werten. Er hilft einen neutralen Überblick zu behalten und sich nicht von persönlichen Meinung ablenken zu lassen.
  2. Der rote Hut. Er steht für das Gegenteil des weißen Huts und erlaubt das Zulassen und Ausdrücken sämtlicher Emotionen. Vor allem soll der Träger des roten Huts auf seine Intuition hören und nicht den Kopf sprechen lassen.
  3. Der schwarze Hut. Seine Aufgabe ist, die negativen Aspekte der Aufgabenstellung und Lösungsvorschläge zu finden und auszudrücken - aber keine persönlichen negativen Gefühle, diese sind dem roten Hut vorbehalten.
  4. Der gelbe Hut. Er leitet zum optimistischen Denken an und ist immer auf Auschau nach Chancen und Vorteilen.
  5. Der grüne Hut. Er steht für kreatives Denken und neuen Ideen. Er hält Ausschau nach möglichen Alternativen. Hier bietet es sich an, die anderen Kreativitätstechniken einzusetzen, wie etwa die Provokationstechnik.
  6. Der blaue Hut. Er steht für die Organisation des Denkprozesses und fasst die Ergebnisse zusammen.

Verschieden "Hüte" bieten neue Denkweisen und fördern die Kreativität.

Die SCAMPER-Methode

Bei dieser "Checklisten-Methode" werden verschieden Lösungs-Ansätze auf ein. Problem angewandt.

S Substitute - Ersetze

Ersetze - Komponenten, Materialien und Personen

C Combine - Kombiniere

Kombiniere - vermische mit anderen Funktionen

A Adapt - adaptiere

Verwende einen Teil eines anderen Elements

M Modify - modifiziere

Ändere Größe oder Maßstab,  variiere Gestalt und Attribute (Akustik, Farbe etc)

P Put - finde eine anderen Nutzen

"Put to another use" Finde andere Verwendungen, finde eine anderen Zusammenhang zur Nutzung, finde einen anderen Anwendungsbereich

E Eliminate - reduziere

Entferne Elemente, vereinfache

R Reverse - Dreh es herum

Kehre um, das Innere nach außen, stelle auf den Kopf, finde eine komplett andere Nutzung

Beispiel: Ein Bauer in Florida will selber Orangensaft produzieren und vertreiben. Aufgrund der starken Konkurrenz sucht er nach Innovationen und wendet deswegen das SCAMPER-Modell an um neue Ideen zu finden.

Dabei kommt z.B er auf folgende Ideen:

Ersetze: Ersetze die flüssige Form mit einer festen, z.B Orangensaft-Pulver

Kombiniere: Mische den Saft mit einer exotischen Frucht, z.B Granatapfel

Adaptiere: Führe ein Loyalitäts-Programm ein bei der frische Orangen der Preis sind

 

Brainstorming

Der Klassiker unter den Kreativitätstechniken. Dennoch wird es häufig falsch verstanden bzw. falsch angewendet, deswegen hier noch einmal die Grundregeln:

 

  • Ein Moderator wird bestimmt um für Struktur zu sorgen, die Aufgabenstellung zu erklären und die Ideen zu sammeln.
  • Die Ideen müssen nicht unbedingt von der Gruppe laut ausgesprochen werden. Stattdessen ist es produktiver, erst eine Runde "stilles Brainstorming" zu veranstalten. Bei der jeder Teilnehmer seine Ideen auf die Post-Its schreibt. Diese werden dann vom Moderator gesammelt. Somit werden introvertierte Teilnehmer nicht so sehr "zurückgedrängt" und die Teilnehmer können sich besser konzentrieren. Alternativ lohnt sich auch ein Blick auf die Technik Brainwriting-Pool
  • Auf der Basis dieser ersten Runde kann dann auf die präsentierten Ideen aufgebaut werden, indem die Teilnehmer neue Ideen aufschreiben oder auch direkt reinrufen, basierend auf den Ideen der ersten Runde.
  • Bei der Ideensammlung gilt: andere Beiträge sollten nicht kritisiert werden; selbst unrealistische Ideen sollen eingebracht werden; man sollte sich trauen auch "peinliche" Ideen vorzutragen

Reizwort-Technik

Diese Technik ist simpel und wird gerne verwendet um z.B neue Produktnamen zu erstellen oder neue Kundengruppen zu definieren.

  • 1. Schritt. Festsetzen der Aufgabenstellung, z.B "Ideen für eine neue TV-Sendung"
  • 2. Schritt. Schlagen Sie ein Lexikon oder irgendein Buch auf um wahllos einen Begriff zu wählen. Wichtig ist, dass der Begriff nichts direkt mit der Aufgabenstellung zu tun hat. Der Begriff kann z.B sein "Herzschrittmacher"
  • 3. Schritt Alleine oder in der Gruppe, notieren Sie sämtliche Eigenschaften, die Sie mit dem Reizwort verbinden. z.B: Leben retten, braucht Energie, für alte Leute, Not-OP, technische Innovation
  • 4. Schritt. Wenden Sie die gefundenen Eigenschaften auf die Fragestellung an. z.B, Eine Doku-Sendung in der von der Entwicklung technischer Innovationen berichtet wird, die die Welt verändern.  Oder: Ein Geheimagent, dessen größter Schwachpunkt es ist, auf einen Herzschrittmacher angewiesen zu sein.

 

Freewriting

In unserem vorherigen Artikel "Die besten Produktivitäts-Apps" hatten wir Ihnen die "Most Dangerous Writing App" vorgestellt. Dieser Service eignet sich hervorragend für das Freewriting bei dem es einfach darum geht loszuschreiben ohne seine Worte zu zensieren bzw. zu filtern.

Das geht auch per Hand oder Word-Document, aber das Schöne an der Browser-App ist, dass sie das Geschriebene löscht wenn man zu lange pausiert. Dies gibt extra Motivation im Fluss zu bleiben.

1. Schritt Schreiben Sie die Ausgangsfrage auf

2. Schritt Setzen Sie einen Timer auf 5 oder 10 Minuten

3. Schritt Schreiben Sie darauf los ohne abzusetzen. Alles ist erlaubt, solange es Wörter sind. Das kann dann so ausschauen:

"Wie kann ich meine Zeit beim Pendeln zur Arbeit sinnvoll nutzen?"

Hmm. schwierige Frage, ich könnte ja mal wieder ein Buch lesen, aber hab da ja nie Lust drauf. Wie macht das eigentlich Katja? Die liest doch auch nie. Ach stimmt, die hört ja immer so Podcasts. Ist das nicht Quatsch? Naja, ich recherchier jetzt gleich mal ...

Als Resultat kann also der Verfasser dieser Zeilen auf die Idee gebracht, sich per Podcasts auf dem Weg zur Arbeit weiterzubilden.

 

Das war unser Überblick über die besten Kreativitätstechniken. Wir hoffen, dass es Ihnen dabei hilft bei der Jobsuche oder am Arbeitsplatz kreativer zu werden.  Und stöbern Sie gerne in unserem Blog nach weiteren nützlichen Artikeln.

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